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22 November 2015

Mid-Season College Football Recap 2015

Written by Cons #11, Posted in College Football

Der Champion ist geschlagen. Das vergangene Wochenende sah den regierenden Champion Ohio State stolpern. Die Buckeyes, die bis dato ohnehin nur auf Platz 3 im Playoff Ranking geführt wurden, mussten nach 23 Spielen in der Big Ten Conference wieder einmal als Verlierer vom Platz gehen - und damit wohl die Hoffnung auf die Titelverteidigung begraben…


 

Die Michigan State Spartans haben nun dank dieses Sieges (übrigens ohne ihren Starting QB Connor Cook) alle Chancen auf den Conference Titel der Big Ten, sollten sie ihre restlichen Spiele gewinnen. Im Finale geht es wohl gegen die noch ungeschlagenen Iowa Hawkeyes, bei denen keiner so richtig weiß wie sie einzuordnen sind, da ihr Schedule nicht gerade aussagekräftig ist, sie aber dennoch 11 Siege eingefahren haben. Am kommenden Samstag steigt DAS Rivaly Game im College Football: die Michigan Wolverines empfangen in Ann Arbour vor über 108.000 Zuschauern die Ohio State Buckeyes. 

 

Die Geschichte in dieser Saison schreiben jedoch die Clemson Tigers (wie der vorletzte National Champion Florida State auch in der Atlantic Coast Conference zu Hause). Noch ungeschlagen und auf Platz 1 gerankt wird man im Conference Finale gegen North Carolina keine Probleme haben und im Playoff-Halbfinale gesetzt sein. Die Tigers dominieren ihre Gegner in diesem Jahr mehr oder weniger nach Belieben; dies dank smartem QB-Play von Deshaun Watson und einer sehr soliden Defense. Auch wenn Clemson aktuell #1 ist, so wirklich wetten auf den National Title will offenbar niemand…

 

Im Gegensatz zum Dauercontender Alabama. Die Crimson Tide haben früh in der Saison gegen Ole Miss verloren, aber mittlerweile gelten sie als schwer zu schlagendes Team und werden dementsprechend vom Playoff-Komitee auf Platz 2 geführt. Die Run-Defense gilt als kaum überwindbar, was es natürlich dann auch im Passing Game einfacher macht. So reicht es im Normalfall, wenn der limitierte QB Jake Coker seinen Stiefel mit wenig Fehlern runterspielt und den Ball an RB Derrick Henry gibt, der inzwischen als einer der Frontrunner um die begehrte Heisman Trophy gilt. Neben Clemson scheint Alabama im Playoff gesetzt zu sein.

 

Wer sich die beiden anderen Halbfinalplätze holt, ist mehr als offen und wird bereits heiß diskutiert.  Zuletzt #3 Ohio State hat ja verloren und wird einige Plätze verlieren. #4 Notre Dame (einzige Niederlage bislang gegen Clemson) ist gerade mal knapp an einer Niederlage gegen die unterdurchschnittlichen Boston College Eagles vorbeigeschrammt, was jetzt auch kein tolles Argument ist. Die bisher an #5 gerankten Hawkeyes könnten von diesen Ausrutschern profitieren, wenn sie ungeschlagen bleiben und den Big Ten Titel nach Iowa holen. Gleiches gilt für die Spartans. Die Big 12 hat seit diesem Wochenende kein ungeschlagenes Team mehr anzubieten. Da man letztes Jahr schon mit einer Playoffnominierung leer ausging, ist die Hoffnung dieses Jahr überschaubar, obwohl die Oklahoma Sooners durchaus den Namen dafür haben und auch der starke Spielplan (wenn’s bei der einen Niederlage bleibt) ein gutes Argument darstellt. Aus der Pac-12 hat nur noch Stanford Chancen, obwohl diese bereits zwei Niederlagen zu Buche stehen haben - dazu bedarf es im letzten Saisonspiel allerdings eines Qualitätssieges gegen die Fightin Irish. Dass Florida im SEC Finale Alabama schlägt und noch auf den Playoffzug aufspringt glauben wohl nur mehr Hardecore Gators-Fans.

 

Gespannt darf man sich auf die Veröffentlichung des neuen Rankings im Laufe der Woche freuen. #1 (Clemson) und #2 (Alabama) dürften unverändert bleiben, dahinter wird sich einiges tun im Vergleich zur letzten Woche.

 

Die laufende Saison zeigt wieder ganz deutlich, was den College Football ausmacht: jedes Spiel zählt. An jedem Wochenende kann etwas passieren, dass große Auswirkungen auf das eigene Team, aber auch viele andere Unis hat.

26 January 2015

Die Contender im College Football

Posted in College Football

Von 128 College Football Programmen das Beste im Land zu sein, ist keine leichte Aufgabe. Dennoch schaffen es Jahr für Jahr meist die gleichen Teams ins Ranking. Dabei dürfen es sich die alteingesessenen Unis nicht allzu gemütlich machen, denn inzwischen zeigen auch kleine Colleges, dass man auch mit weniger finanziellen Ressourcen dank innovativen Herangehensweisen im elitären großen Kreis mitspielen kann. Ein Versuch, die Top Teams der letzten Jahre darzustellen.

Fragt man College Football Experten nach dem besten Team der vergangenen Saisonen, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit als Antwort die Universität von Alabama erhalten. Seit Coach Nick Saban 2007 beim SEC West Team das Ruder übernommen hat, steht eine 86-16 Bilanz zu Buche – inklusive drei National Titles und drei SEC Championships. Dies ist insofern noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass dem Team durch den NFL Draft jährlich die Topspieler abhandenkommen (vergleichsweise mehr als bei allen anderen Teams). Bekannt sind die Crimson Tide vor allem wegen ihrer dominanten Defense, die in allen Teilen Profi-Kaliber zu bieten hat.


 

Bis vor kurzem noch einer der Hauptgegner von Alabama in der benachbarten SEC East waren die Florida Gators (Tim Tebow anyone?), die allerdings in den letzten vier Jahren eher unter „ferner liefen“ unterwegs waren. Insgesamt handelt es sich aber durchaus um ein Top Programm, welches wieder bessere Zeiten sehen und an die Titel von 2006 und 2008 anschließen sollte.

 Tim Tebow
Tim Tebow bei den Florida Gators (c) espn.go.com

Sonst bietet die gesamte South-East Conference ein Who is Who des College Footballs. Mit den Auburn Tigers (Meister 2010 mit Cam Newton und große Rivalität mit Alabama in der Iron Bowl) und den Louisiana State University (LSU) Tigers (SEC Gewinner 2011) ist die die West-Division aktuell tendenziell sportlich besser einzuschätzen, auch weil dieses Jahr die Ole Miss Rebels und Mississippi State Bulldogs überraschend ganz oben mitmischten. Mit den Tennessee Volunteers (Uni von einem gewissen Peyton Manning), Georgia Bulldogs, Arkansas Razorbacks, Missouri Tigers oder South Carolina Gamecocks gibt es aber einen Haufen Teams, die Jahr für Jahr dafür sorgen, dass man in der SEC nur mit perfekten Spielen jede Woche ungeschlagen bleibt.

 

Nicht nur dieses Jahr an Nummer 2, sondern seit einigen Jahren mit für den Aufschwung der Pac-12 mitverantwortlich sind die Oregon Ducks. Während die Crimson Tide bzw. die SEC hauptsächlich durch starke Defense bekannt ist, wird im Nordwesten durch schnellen Offensiv-Football der Erfolg gesucht und gefunden. Angefangen mit Chip Kelly (jetzt Philadelphia Eagles) haben die Ducks eine High Speed Offense in Rollen gebracht, die mit Marcus Mariotta schließlich ihren perfekten QB gefunden hat. Pac-12 Championships 2009-2011 und 2014 (12 +13 nur aufgrund des Tie-Breakers hinter Stanford) sprechen eine deutliche Sprache.

 

Klassischer Big Player am Pazifik sind aber die USC Trojans aus Southern California, die in der Vergangenheit reihenweise Pac-12 Titel, National Championships und Heisman Trophies abgestaubt haben. In den letzten Jahren musste man sich aber eher damit begnügen einzelne Top Talente in den Draft abzugeben als mit Teamleistungen aufzuzeigen. Irgendwie läuft es derzeit so gar nicht rund, nicht zuletzt wohl auch aufgrund des enormen Mediendrucks in L.A. – mangels NFL Franchise stehen die Trojans nämlich ganz oben in der Berichterstattung.

 

Aktuell wohl schärfster Rivale der Ducks sind die Stanford Cardinal (Achtung: nicht Cardinals!), die in ihrem Recruiting nicht nur auf sportliche Athletik sondern auch akademische Leistung wertlegen (Vorzeigesportler der letzten Zeit ist hier Andrew Luck). Der Angstgegner Oregons waren die Arizona Wildcats, die im Championship Game nach zuvor zwei Siegen jedoch keine Chance hatten. Der Lokalrivale Oregon State Beavers kocht eher auf kleinerer Flamme. Im Süden gibt es mit den UCLA Bruins und den Arizona State Sundevils weitere ständige (landesweite) Top 25 Programme.

 Andrew Luck
Andrew Luck bei den Stanford Cardinal (c) www.stanforddaily.com

Traditionelle Power-Conference war jahrzehntelang die Big Ten im Mittleren Westen rund um Michigan und Ohio. Mit den Ohio State Buckeyes hat es zwar ein Vertreter der Liga (nicht ganz unumstritten) ins neue Playoff-Halbfinale geschafft, viel Chancen werden dem Team um Erfolgscoach Urban Meyer (früher Florida) aber gegen Alabama nicht eingeräumt. Der letzte Nationale Titel liegt mit 2002 weit zurück, das BCS Game wurde 2007 und 2008 klar verloren und zuletzt war man sogar aufgrund von Sanktionen iZm Verfehlungen von Coach Jim Tressel von den Bowl Games ausgeschlossen. Noch schlechter schaut es beim großen Rivalen aus Michigan aus. Die Wolverines (Top Alumni Tom Brady und „Most All-Time Wins in College Football History“) sind seit Jahren unter der Wahrnehmungsgrenze, was für dieses geschichtsträchtige Team wohl nur schwer zu verkraften ist – trotzdem strömen zu den Spielen laufend knapp 110.000 Menschen ins größte Stadion der USA. Die Rivalry mit den Buckeyes ist immense und führt dazu, dass etwa Banken in Michigan am Columbus Day (ein US-Feiertag) geöffnet haben (Columbus ist die Hauptstadt von Ohio) oder am OSU Campus sämtliche „M“ auf Tafeln etc. überklebt sind (ein gelbes „M“ ist das Logo von Michigan).

Darüber hinaus hat die B1G aktuell nicht viel zu bieten. Die Michigan State Spartans haben sich in der Conference und in den Top 10 seit einigen Jahren etabliert, für den ganz großen Wurf scheint es jedoch einfach nicht zu reichen, da letztlich die Konstanz fehlt. Zur 2011 dazu gekommenen University of Nebraska-Lincoln gleich noch unten.

 

Im Football-verrückten Texas und Nachbarstaat Okolahoma tummeln sich die Teams in der Big 12. In den letzten Jahren geben dort aber nicht die traditionellen Kräfte wie vor allem die Texas Longhorns (Charlie Strong hat hier von Mack Brown einen Scherbenhaufen übernommen, dessen Turnaround noch etwas dauern wird) oder die Oklahoma Sooners den Ton an, sondern TCU Horned Frogs (Texas Christian University), Baylor Bears und die Kansas State Wildcats (seit 1989 mit Langzeit-Coach Bill Snyder, nach dem bereits jetzt das örtliche Stadion benannt ist), wobei vor allem die ersten beiden Unis verhältnismäßig klein sind und deren Erfolg im großen Geschäft umso erstaunlicher ist. Die Texas Tech Red Raiders und Oklahoma State Cowboys sind zwar immer wieder für Überraschungen gut, zu mehr reicht es aber meist nicht.

 

Aus der Atlantic Coast Conference sind die Florida State Seminoles (aktueller Run von 28 Siegen in Folge) und die etwas in der Versenkung verschwundenen Miami Hurricanes (The U) hervor zu heben. Erstere stellen rund alle zehn Jahre in landesweites Topteam auf die Beine. Letztere wurden in den 1990ern als Bad Boys bekannt und stellten den Football athletisch auf ein neues Niveau – zuletzt aber maximal Mittelmaß.

 Kelvin Benjamin
Kelvin Benjamin bei den Florida State Seminoles (c) www.foxsports.com

Abschließen möchte ich mit zwei Teams, die rein historisch als zwei der besten Programme in der langen Geschichte des College Football gelten dürfen.

Die Nebraska Cornhuskers von 1995 gelten als bestes Team aller Zeiten. In diese Zeit des legendären Coaches Tom Osborne (insgesamt in 25 Jahren 255 Siege) fielen drei National Championships (94, 95, 97) und ein 60-3 Record zwischen 1993-97. Doch auch früher in der Geschichte wurden 1970 und 1971 Back-to-Back National Titles eingefahren. Die Fan Base ist aufgrund eines meilenweit entfernten NFL-Teams ungebrochen und verzeiht auch den Rückfall in die aktuelle Mittelmäßigkeit, welche versucht wurde mit dem Wechsel von der Big 12 in die Big Ten 2011 abzuschütteln – ein weiter Weg, auch aufgrund des aktuellen Coaching-Wechsels.

Ein anderes Team, das ebenfalls von seiner großen Geschichte lebt, sind die Notre Dame Fighting Irish aus South Bend, Indiana, die nach wie vor keiner Conference angehören (Independent School), sich aber der aktuellen Entwicklung nicht ganz verschließen konnten und ein Assoziationsabkommen mit der ACC geschlossen haben (u.a. eine fixe Zahl an Spielen gegen Teams dieser Liga). 11 National Championships sprechen eine klare Sprache (dazu noch 11 Unclaimed Titles, bei denen die Uni ebenfalls in manchen Umfragen auf Platz 1 gerankt wurde) – dazu 7 Heisman Trophy Winners und 97 All-Americans (= „All Stars“, die meisten aller Teams) sowie ein All-Time Sieg-Niederlagen-Verhältnis von 0,733 (Top unter allen Teams). 2012 schien der Sprung zurück an die Spitze zum Greifen nahe, doch wurde man im BCS National Championship Game von Alabama relativ unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Den Fans ist’s egal: Seit 1966 spielen die Irish vor ausverkauftem Haus (mit Ausnahme eines Spiels im November 1973…)!

 

Dies ist klarerweise nur eine subjektive Auswahl von Teams. Welches Team fehlt hier eurer Meinung nach? Schickt uns eure Meinung.

12 January 2015

Am Anfang war...

Written by Cons #11, Posted in College Football

…der College Football. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann eine Reise, die in einer von unzähligen Linien nicht zuletzt auch in der Gründung der Flag League Austria endete. Grund genug um einen kleinen Einblick in die Entstehung des Footballs zu geben. Ein passender Einstieg auch deshalb, weil durch die Einführung des neuen College Football Playoff Systems aktuell eine gravierende Änderung im Gange ist. Nicht zuletzt war gerade das Finale der Bowl Season, nämlich das National Championship Game – aber dazu später mehr.

Beim ersten Kick-Off am 6.11.1869 in New Brunswick, New Jersey, standen sich mit den Rutgers Queensman (heute Scarlet Knights) und New Jersey Tigers (heute Princeton) zwei Universitätsauswahlen gegenüber. Nach heutigem Maßstab hatte das Spiel auf den ersten Blick allerdings noch nicht viel mit American Football zu tun. Vielmehr handelte es sich um eine Mischung aus Fußball, Rugby und weiteren Elementen, die letztlich zu einer eigenen Sportart führten. Auch wenn das Ergebnis mit 6:4 für Rutgers nicht sonderlich spektakulär anmutet und es aus Regelgründen keine 50y-Touchdown-Pässe geben konnte, war es der Startschuss für ein Spiel, welches wir heute kennen und lieben.


 

Im folgenden Jahrzehnt wurde Schritt für Schritt das Regelwerk festgeschrieben und es entwickelten sich langsam aber sicher die Teams und Rivalitäten, die wir heute kennen. Walter Camp war hier eine zentrale Figur – ihm sind heute selbstverständliche Regeln wie 11 Spieler pro Team, Felddimensionen, Snap vom Center zum Quarterback oder die Punktevergabe zu verdanken.

Das Spiel fand die ersten zwanzig Jahre nur an den Colleges statt, von Profisport oder gar NFL konnte keine Rede sein – zumindest nicht in einer größeren, organisierten Form. Noch über hundert Jahre vor der NFL International Series spielte Harvard gegen McGill 1874 in Montreal das erste Spiel außerhalb der Vereinigten Staaten. Anfangs wurde auf Laufspiel gesetzt. Dies hatte den einfachen Grund, dass der Forward Pass regelwidrig war.

Aufgrund einer ausufernden Verletzungsflut (und über 300 daraus resultierenden Todesfällen), die hauptsächlich der „Rudelbildung“ bei den Laufspielzügen und der sogenannten Flying Wedge (de facto eine Menschenmauer, die für den Ballträger vorblockt) geschuldet war, kam es Anfang des 20. Jahrhunderts dann zu einer entscheidenden Regeländerung, deren vorrangige Intention es war, das Spiel zu öffnen und weitläufiger zu machen: die Einführung des Vorwärtspasses. Selbstverständlich brachte diese Änderung nicht gleich eine Menge an Top-Passern hervor, die Wurfbewegungen waren alles andere als ausgereift. An der Universität von St. Louis gab es jedoch mit Coach Eddie Cochems einen Mann, der jedoch das Passspiel revolutionierte und der dortige QB Bradbury Robinson war auch der Spieler in der Geschichte, der einen Forward Pass warf – dieser war allerdings incomplete (später im gleichen Spiel gelang aber dann die erste Completion für 20 yards). Durch den doch relativ schnell eintretenden Erfolg bei den Vorreitern, verbreitete sich das Passspiel immer weiter und wurde fester Bestandteil der Playbooks.

Während sich der Football zu Beginn eher an den Eliteuniversitäten der Ostküste – wie Princeton, Harvard, Yale oder Dartmouth – etablierte, dehnte er sich um die Jahrhundertwende vor allem im Süden und Südwesten des Landes deutlich aus. Seit 1906 agierte zudem eine Vorläuferorganisation der NCAA als landesweiter Verband, der die entsprechenden Strukturen schuf und so auch wesentlichen Beitrag dazu lieferte, dass der College Football bis nach dem zweiten Weltkrieg deutlich populärer war als der Profisport. Ein weiterer Grund lag in den sich schnell etablierenden Rivalitäten und Traditionen. Hierfür ist das Tournament East-West Football Game, welches erstmals 1902 ausgetragen wurde und heute besser als Rose Bowl Game bekannt ist. Die sogenannten Bowl Games waren Vergleiche zwischen den einzelnen Conferences, die bis in die 1970er mit acht Stück noch ein echtes sportliches Kriterium darstellten – die heute 39 Bowls sind dagegen etwas inflationär und mehr vom Vermarktungsgedanken geprägt.

Bezeichnend ist auch, dass das erste im TV übertragene Football-Spiel auch eine College-Partie war: 1939 übertrug NBC das Spiel zwischen den Fordham Rams und den Waynesburg Yellow Jackets aus New York. Bis nach dem Ende des zweiten Weltkriegs musste man sich an den Universitäten aufgrund der erst zaghaften Versuche von Profiligen keine Sorgen um Medien- und Zuschaueraufmerksamkeit machen. Dies sollte sich jedoch danach ändern.

Wenn man einen Zeitpunkt für die Popularitätsablöse des College Footballs festlegen möchte, wäre dies wohl das NFL Championship Game 1958, welches den Profisport aufgrund der TV-Vermarktung endgültig auf die Überholspur brachte und zum großen Geschäft machte. Nichts desto trotz erfreut sich der College Sport nach wie vor einer riesigen Beliebtheit – sowohl parallel zur NFL, als auch natürlich dort, wo die nächste Franchise etwas weiter weg ist. Volle Stadien mit über 70.000 Besuchern sind in der Division I - FBS keine Seltenheit.

Während die Coaches auf den Universitäten hochbezahlte Verträge haben, gilt für die Spieler bis heute der Amateurstatus, der vor allem in den letzten Jahren einerseits wachsende Kritik erfuhr und andererseits die Verfahren wegen Übertretungen (Spieler verkaufen Autogramme oder ihre Championship Ringe an Souvenirhändler etc.) zunehmen – es vergeht kein Jahr, in dem nicht Geschichten über Zahlungen unter der Hand die Runde machen.

 

Zum organisatorischen Aufbau und dem neuen College Football Playoff System gibt’s mehr im nächsten Blogpost.

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