Football

01 February 2015

Die Geschichte des Profifootballs

Written by Cons #11, Posted in Football, NFL

Gemeinhin wird mit der NFL der Footballprofiverband seit dem großen Merger 1966 (= Zusammenschluss zwischen der National Football League und der American Football League) gemeint. Doch schon davor wurde natürlich bereits eifrig gegen Bezahlung gewerkt. Ein Rückblick auf die ersten Versuche, den Wendepunkt 1958, den Aufstieg samt kommerziellen Erfolg und einen gewissen „Pudge“ Heffelfinger, mit dem 1892 alles begann.

Als William Walter Heffelfinger, ein Yale-Absolvent, am 12.11.1892 neben einem Spesenersatz von USD 25,- auch noch USD 500,- für sein Auflaufen für die Allegheny Athletic Association gegen den Pittsburgh Athletic Club bekam, war dies niemandem bekannt – erst rund 50 Jahre später wurde dieser Umstand publik. Entscheidend war sein Einsatz allemal – er erzielte den einzigen und damit spielentscheidenden Touchdown des Spiels, der damals den 4:0 Endstand bedeutete.


 William Heffelfinger - Bild (c) Wikipedia

  

In den nächsten rund 20 Jahren folgten immer wieder solche Handgelder an College-Stars. Dies einerseits natürlich aufgrund des sportlichen Mehrwerts (der Profisport war damals alles andere als Professionell und sportlich nicht wirklich konkurrenzfähig) und andererseits auch um die Popularität der College-Spieler zu nutzen. 1897 gab es zwar mit der Latrobe Athletic Association das erste Team, in dem alle Spieler bezahlt wurden, ein ernst zu nehmender Professionalismus war damit jedoch nicht verbunden.

Eine 1902 gegründete National Football League (kein direkter Vorläufer der heutigen Organisation) war bestenfalls ein Strohfeuer. Die Ohio League war ab 1903 ein loser Zusammenschluss von in Ohio basierten Clubs, die eine mehr oder weniger geregelte Meisterschaft spielten, und wurde 1920 in der American Professional Football Association eine organisierte Liga, welche wiederum 1922 in den heutigen Namen National Football League umbenannt wurde. Unter den ursprünglichen 14 Teams war mit den Decatur Stanleys ein Team, das bis heute als Chicago Bears spielt. Nur vier Teams beendeten die erste Saison, viele mussten aus Geldmangel aussteigen. So folgte schon im zweiten Jahr eine Erweiterung um einige Teams, unter anderem die Green Bay Packers, die damit das Team mit dem längst-verwendeten Teamnamen sind. Einen netten Einblick in die damaligen Verhältnisse bietet die Komödie „Leatherheads“ (mit George Clooney), wenngleich sie historisch natürlich nicht ganz akkurat ist.

Filmplakat Leatherheads (c) Wikipedia (Trailer)

 

Erst in den späten 1930er Jahren begann sich die Liga zu konsolidieren (bis dahin waren 51 Teams de facto in Konkurs gegangen) und eine Profiliga nicht nur auf dem Papier darzustellen – die Einführung eines Championship Games machte sich bezahlt. Auch wenn Heisman Gewinner Jay Berwinger 1936 im ersten Draft als erster Pick aufgrund unterschiedlicher Gehaltsvorstellungen noch darauf verzichtete für Chicago (und in der Folge jemals professionell) zu spielen, welche die Verhandlungsrechte von den ursprünglich wählenden Philadelphia Eagles bekamen.

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Liga so richtig Fahrt auf. Zunächst wurden von den L.A. Rams zum ersten Mal zwei schwarze Spieler unter Vertrag genommen, kurz darauf folgte ein regelmäßiger TV-Vertrag. 1956 organisierten sich schließlich auch die Spieler in der NFL Players Association. Keine Sekunde zu früh, denn das NFL Championship Game 1958 wird allgemein als Wachablöse von College zum Profi-Football betrachtet. 45 Millionen Menschen sahen im TV (obwohl der Großraum New York City wegen einer NFL Regel der Übertragung nicht beiwohnen durfte) wie die Baltimore Colts die NY Giants nach Overtime 23-17 schlugen (bis heute die einzige OT in einem Finalspiel). Beeindruckend war insbesondere der „erste 2-Minute-Drill“, angeführt von Colts-QB Johnny Unitas, welcher den Sieg brachte – dies faszinierte die Zuschauer und der Aufstieg nahm seinen Lauf.

Die im Folgejahr als Konkurrenz gegründete American Football League sprang auf den Zug auf und die acht Gründungsteams enttäuschten nicht, sondern überzeugten mit spektakulärem Offensivfootball. Dies führte letztlich zum sogenannten Merger, bei dem beide Ligen in einer aufgingen und die heutige Struktur der NFL mit National und American Football Conference festgelegt wurde. Dabei wurden nicht nur die Teams zusammengeführt, von der AFL wurden auch andere Punkte übernommen (z.B. der 14 Spiele Grunddurchgang oder Spielernamen auf den Jerseys). Nach der Regular Season 1966 spielten die Gewinner beider (noch separaten) Ligen im AFL-NFL World Championship Game den Sieger aus (erstmals im Jänner 1967) – dieses Spiel wurde bei der dritten Austragung in Super Bowl umbenannt. Ab 1970 kam es dann zu einer gemeinsamen Liga mit übergreifendem Spielplan.

Allgemein war die NFL (NFC) sportlich besser eingeschätzt und gewann mit den Green Bay Packers auch ein Vertreter dieser Teams die ersten beiden Super Bowls. Spätestens mit dem Gewinn von Super Bowl III durch die (AFL) New York Jets (Broadway Joe Namath garantierte vorab damals den Gewinn) war die sportliche Gleichwertigkeit belegt – 11 der nächsten 15 Spiele entschied die AFC für sich, bevor eine 13-jährige Durststrecke folgte.

 

 Joe Namath, 1965 (c) Wikipedia Joe Namath, 1965 (c) Wikipedia

 

Der Merger führte letztlich auch dazu, dass sich die teilnehmenden Teams stabilisierten und es zu keiner Fluktuation mehr kam. Einzig wurden immer einmal wieder Franchises von einer in eine andere Stadt verlegt (Hintergrund sind hier zumeist finanzielle Anreize, v.a. in Form von neuen Stadien). Beispiele hierfür sind etwa die Baltimore Colts, die nunmehr in Indianapolis zu Hause sind, oder die Oakland Raiders, die zwischendurch in Los Angeles spielten, aktuell aber wieder in Oakland sind, wobei es jetzt erneut Pläne für einen Umzug nach L.A. gibt.

Ein weiterer Grund für Umstrukturierungen sind Team-Neugründungen, sogenannte Expansions. Aber dazu mehr im zweiten Teil, wo es um die aktuelle Divisionsstruktur und die aktuellen Topteams der NFL geht.

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