20jahre

Nationalteam früher

2017 – Österreich ist Doppel Europameister. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren konnte der Titel eingefahren werden. Abseits der starken Leistung der jeweiligen Akteure, waren aber auch zahlreiche Hände im Hintergrund tätig. Diese, heute als „selbstverständlich“ angesehenen Dinge, wie zum Beispiel: Tryouts, Physiotherapie, Mental Coaches, Trainingslager, Live Streams etc. waren in dieser Form in den Anfangszeiten nicht üblich.

In diesem Artikel möchten wir Euch einen Rückblick auf die Geschichte des Flag Football Nationalteams darlegen, selbstverständlich aus der Sicht der Vienna Constables.

Im Jahr 2001 gab es in diesem Sinne noch keine offiziell organisierte WM/EM sondern „lediglich“ eine WM im Modus 9 vs. 9 Semi Contact. Zu dieser WM wurden ausschließlich ehemalige und aktive Tackle Football Spieler „eingeladen“. Da sich in den Reihen der Constables in den ersten Jahren keine Tackle Football Spieler befanden, wurde dementsprechend auch kein Spieler der Cons berücksichtigt.  Das Ergebnis, mit einem 3. Platz aus österreichischer Sicht konnte sich allerdings sehen lassen.

Ein Jahr später, im Jahr 2002, gab es dann erstmals eine offizielle Flag Football Weltmeisterschaft, welche in der Südstadt ausgetragen wurde. Gespielt wurde im Modus 7 vs. 7. Insgesamt wurden 30 Spieler aus den 5 damalig existierenden Flag Teams eingeladen sowie abermals aktive Tackle Footballer, die keine Erfahrung im Flag Sport hatten. Von den Vienna Constables wurden Robert Riedl und Stefan Weis als Receiver eingeladen und auch eingesetzt. Im entscheidenden finalen Spiel gewann Österreich gegen Deutschland die erste offizielle Weltmeisterschaft ging nach Österreich.

2003 gab es ebenfalls in der Südstadt und erneut im Modus 7 vs. 7, die erste offizielle Flag Football Europameisterschaft. Zu dieser durften „nur“ noch 23 Spieler nominiert werden. Robert Riedl hatte durch die Nominierung der 3 etablierten Quarterbacks Wolfgang Vonasek, Thomas Herz & Alexander Weihs das Nachsehen, und somit wurde nur Stefan Weis von den Constables eingeladen und auch eingesetzt. Dieses Mal jedoch auf seiner auch im Cons Team „angestammten“ Position in der Defense. Wie bereits ein Jahr zuvor, konnte Österreich die Premiere mit einem Finalsieg gegen Deutschland für sich entscheiden.

Erwähnenswert bei diesen beiden Championships sind folgende – für heute fast undenkbare – Flag Football Regeln:

  • Spiel über das komplette Football Feld
  • Kick Off - deswegen spielte Peter Kramberger (Vikings Kicker und Punter)
  • jedoch keine Field Goals
  • 4 Versuche für 20 Yards
  • bei nicht erreichen des First Downs -> Gegner erhält den Ball dort wo er liegt ODER Punt - deswegen wurde auch sehr VIEL gepuntet
  • jeder Spieler hatte 3 Flags
  • Neben dem Center durfte im Abstand von 2 Meter KEIN Receiver stehen
  • Blitzen von der LOS

Nachdem Österreich bei diesen beiden Turnieren sehr erfolgreich war und beide Titel holen konnte, wurden die Vorgaben die Spieleranzahl betreffend restriktiver. Nichts desto trotz erreichte das österreichische Nationalteam 2004 die Silbermedaille in der 7 vs 7 WM, welche in Frankreich stattfand. Außerdem gab es am nächsten Tag erstmals eine 5 vs 5 WM. In dieser holte sich Österreich erneut den Premierentitel, wieder gegen unsere Lieblingsnachbarn aus Deutschland.

Im Jahr 2005 stellte Österreich erstmals ein Damen Nationalteam. Mit dabei war auch Camellia Anssari, die damalige Blitzerqueen der Constables. Das Damen Nationalteam erreichte bei der Europameisterschafts Premiere in Finnland den 5ten Platz. Die Herren wurden dieses Mal „nur“ Vierter, nachdem man im Halbfinale trotz deutlicher Führung gegen das italienische Nationalteam, die Nerven aufgrund einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters wegschmiss. Nach diesem Spiel war das Turnier mental gelaufen und auch das Spiel um Platz 3 ging verloren.

Im Laufe der Jahre wurden schließlich die Kader von offizieller Seite auf bis zu 10 Spieler begrenzt. Dies war dann auch der Zeitpunkt an dem man sich das Nationalteam Dress tatsächlich „verdienen“ musste und mittels Tryouts die Anzahl der potentiellen Spieler sukzessive auf 10 Teilnehmer reduziert wurden. 2007 schafften es mit Reinhard Lehner und Stefan Weis aber abermals 2 Herren der Vienna Constables in das Nationalteam. Leider konnte nach der Halbfinalniederlage gegen Deutschland abermals nur der 4. Rang in der Europameisterschaft erobert werden.

Aus Sicht der Constables sollten die Spielerinnen des Damen Nationalteams der erfolgreichere Teil in der Geschichte der Nationalteams werden. Mit Coach Robert Riedl und den langjährigen Spielerinnen Camellia Anssari und Pia Pfaffenbichler konnte das Nationalteam die folgenden Titel erobern:  

  • 4x Gold bei 4 Europameisterschaften
  • 1x Silber und 2x Bronze bei 5 Weltmeisterschaften

Bei den Herren herrschte nach dem Abgang von Stefan Weis im Jahr 2009 3 Jahre Dürre, ehe Bernhard Theissl mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2012 die Ehre der Constables erneut hochhielt. Nach seinem Wechsel zu den Klosterneuburg Indians, dauerte es jedoch abermals einige Jahre bis mit Flip Harm und Michael Karl 2015 wieder Spieler der Constables in das Nationalteam einberufen wurden. Diese beiden sind derzeit die neuen und regelmäßig eingesetzten Nationalteamspieler bei den Herren.

Aktuell – 2017 – stellten die Constables mit jeweils 3 Herren und 3 Damen so viele Nationalteamspieler wie noch nie. Bei den Damen waren dies: Stephanie Konecny, Katrin Mansbart & Annika Wendschlag. Bei den Herren handelte es sich um die bereits erwähnten Flip Harm und  Michael Karl sowie um Stefan Postel.

Insgesamt trugen bisher 15 SpielerInnen der Constables das Nationalteamdress. Rekordteilnehmer ist Robert Riedl mit 10 Endrunden (5 x Gold/ 1x Silber/ 2 x Bronze) vor Stefan Weis (7 Teilnahmen – 3 x Gold; 1 x Bronze) gefolgt von Philipp Harm (3 Teilnahmen  – 1 x Gold/ 1 x Silber).

Bei den Damen hat Camellia Anssari mit 6 Teilnahmen (2 x Gold, 2 x Bronze) knapp die Nase vorn, gefolgt von Pia Pfaffenbichler (5 Teilnahmen – 2 x Gold, 2 x Bronze).

Bei den bisherigen Großereignissen war – bis auf 2006 – zumindest ein Vertreter der Constables dabei.

Bei all den Erfolgen, bei denen die Spieler und DER Coach der Constables, teilhaben durften darf man die treibende Kraft der Klosterneuburg Indians nicht vergessen. Ohne die Coaches Wolfgang Vonasek und Dietmar Furthmayer bei den Herren sowie Walter Demel bei den Damen wären diese Erfolge nicht in dieser Dimension machbar gewesen. Dies gepaart mit wenig, aber dafür sehr guten Grazer Spielern!

Neben den oben angeführten Coaches war Wolfgang „Goofy“ Geyer vor allem in den ersten Jahren die Organisatorische Kraft damit es überhaupt Welt- und Europameisterschaften gab.

 

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